Am 9. und 10. Oktober 2010 fand das 15. Heimattreffen der Honigberger Nachbarschaft in Deutschland bereits zum zweiten Mal in der Reichsstadthalle in Rothenburg ob der Tauber statt. Das schöne Wetter und der mittelalterliche Charme der Stadt empfingen die vielen aus allen Teilen Deutschlands, aus Honigberg und sogar aus Übersee angereisten Gäste. Begrüßt wurden sie von Anneliese Madlo, der Interimsvorsitzenden der Honigberger Nachbarschaft in Deutschland. Den Gottesdienst, den die Honigberger Kirchenglocken eingeläutet hatten, hielt schon zum zweiten Mal Pfarrerin Katharina Winkler von der evangelischen „Heilig Geist“ Kirche in Rothenburg. Sie fand die passenden Worte zu dieser Feier, und die bewegenden Klänge unserer Blaskapelle boten den musikalischen Rahmen dazu. In einer Schweigeminute wurde der 48 Honigberger gedacht, die in den letzten zwei Jahren verstorben sind.

Der Tätigkeitsbericht, vorgetragen von Anneliese Madlo, zeugte von einer ausgezeichneten Arbeit des Vorstandes und von einem sinnvollen Einsatz der Spenden. Hier ein paar Beispiele der Spenden-Einsatzbereiche: der Heimatbrief (der alle gut informiert, obendrein interessant und unterhaltsam ist); das Adressverzeichnis in aktualisierter 6. Auflage; die Spenderpflege (Zusendung der Burzenländer Heimatkalender); Beileidsbekundungen und Spenden bei Todesfällen; Glückwunschbekundungen bei Jubiläen; die starke Aufstellung der Honigberger beim diesjährigen Trachtenumzug in Dinkelsbühl (dank des beherzten Einsatzes der Honigbergerinnen aus dem Raum Nürnberg); das erfolgreiche 1. Begegnungsfest in Honigberg (das Anton Madlo ganz besonders am Herzen gelegen hatte und bei welchem er leider aus Gesundheitsgründen nicht dabei sein konnte) mit der zweiwöchigen, von Hans Mattes organisierten Busreise; Spenden für Honigberg (Friedhofpflege, Sanierung der Friedhofskapelle und -mauer, Weihnachtsbescherung usw.).

Anneliese Madlo lud zu zwei großen Ereignisse des kommenden Jahres ein: dem Heimattag der Siebenbürger Sachsen am Pfingstsonntag, dem 12. Juni 2011, in Dinkelsbühl und die zweiwöchige Busreise (wieder von Hans Mattes organisiert) Anfang August 2011 zum zweiten Begegnungsfest in Honigberg.

Der Kassenbericht wurde von der Nachbarschaftskassiererin Isabelle Ilica-Popescu vorgetragen und dessen Richtigkeit von Kassenprüfer Dieter Faersch bestätigt. Den Kurzbericht der Kuratorin Erika Popescu aus Honigberg las ebenfalls Isabelle Ilica-Popescu vor. Sie übermittelte Grüße und Dankesworte vom Presbyterium und der Gemeindevertretung Honigbergs.

Der alte Vorstand wurde von der Honigberger Nachbarschaft mit einem kräftigen und anerkennenden Applaus „entlassen“. Mit viel Anteilnahme würdigten die Anwesenden vor allem Anneliese Madlos Einsatz, die ohne viel Aufhebens darum zu machen, die Arbeit ihres Mannes nach dessen Tod weitergeführt hat.

Der neue Vorstand der HOG Honigberg v.l.n.r. Dieter Faersch, Hans Kloos, Hans Mattes, Klaus Knorr, Uwe Scheel, Gudrun Kloos, Reinhard Nussbächer, Anneliese Madlo, Helmut Mild, Christel Bedner, Karla Kuhn, Isabelle Ilica-Popescu, Franz Kattner. Foto: Eugen Gluska

Während die Blaskapelle im Saal ihr Konzert begann und das Kaffee- und Kuchenbüffet der Familie Wörle bereit stand, zogen sich die 50 Wahlbeauftragten zur Neuwahl des Vorstandes zurück. Unter der kompetenten Wahlleitung von Heinz Zerbes wurden folgende Honigberger und Honigbergerinnen in den neuen Vorstand gewählt: Anneliese Madlo (1. Vorsitzende); Klaus Knorr und Helmut Mild (stellvertretende Vorsitzende); Isabelle Ilica-Popescu (Kassiererin); Christel Bedner (Schriftführerin); Franz Kattner, Gudrun Kloos, Reinhard Nussbächer und Karla Kuhn (Redaktion des Heimatbriefes), Uwe Scheel (IT- und Internetbeauftragter); Hilda Zaharia und Dieter Faersch (Kassenprüfer). Als freiwillige Beisitzende zur Unterstützung des Vorstandes meldeten sich Edith Rauta, Hans Kloos und Hans Mattes (jun.).

Im Unterhaltungsteil des Treffens haben alle es von Herzen genossen, wie früher das Tanzbein zur Blasmusik (Leitung Peter Kloos und Klaus Knorr) schwingen zu können.
Edith Rauta (geb. Graef), bekennende Dicht- und Reimsüchtige, trug ein paar Gedichte aus eigener Feder vor. Humorvoll, nachdenklich und sehr einfühlsam ging sie darin auf das Treffen und auf allgemeine Fragen des Lebens ein. Großen Anklang fand auch die Ausstellung mit von Honigbergern zusammengetragenen Ausstellungsstücken, den neuen Trachtenpuppen und den Fotoalben (Honigberg, Kriegsgefallene und während der Russlanddeportation Verstorbene, alte Familienfotos). Mit Hilfe eines Beamers wurden Fotos des ersten Begegnungsfestes in Honigberg im August 2009 an die Wand projiziert.

Das Duo „Memories“ sorgte bis spät in die Nach hinein für gute Tanzstimmung. Es wurde viel gelacht, in Erinnerungen geschwelgt, erzählt, getanzt. Es wurden aber auch ernsthafte und berührende Gespräche geführt und es wurde auch viel Anteil am Schicksal anderer genommen. Wie das eben so ist unter Menschen, die etwas verbindet.

Allen Honigbergern, die in Rothenburg übernachtet hatten, bot die Stadt zum Abschied am Sonntagvormittag noch ein Schmankerl: Die Hammelübergabe und das Blasmusikkonzert auf dem Marktplatz. Ein Gruppenfoto, auf den Stufen vor dem Rothenburger Rathaus aufgenommen, hält diese Erinnerung fest.

Auf Wiedersehen im Oktober 2012!

Christel Bedner