Ein Grüppchen von 43 hauptsächlich Kronstädtern, die sich sonst monatlich in Stuttgart zum Stammtisch treffen, gönnten sich diesmal zur Abwechslung eine Busfahrt. Es sind zwar nicht viele von den bisherigen gelegentlichen etwa 240 Besuchern, aber der „harte Kern“ hält fest zusammen und unternahm eine kleine Rundfahrt mit einigen Stationen und Besichtigungen.
Erst machten wir Halt beim Schloss Horneck in Gundelsheim, wo wir uns von Frau Susanne Schuster, Leiterin der Pflegeabteilung (in Vertretung des Heimleiters Gerhard Schmidt) das Altenheim und den Pflegebau zeigen ließen. Im schönen Rittersaal saßen wir beisammen und hörten in kurzen Worten die Geschichte des Altenheims, mit einigen Daten zur derzeitigen Nutzung, über die Bewohner im Schloss und in dem Pflegebau, und durften sogar einige Zimmer in Augenschein nehmen, was auch den Bewohnern angenehm war, wahrscheinlich wegen der Abwechslung in ihrem Tagesablauf. Ebenso auch im Pflegebau, wo hilfebedürftigen Siebenbürgern in guter Betreuung ihr Dasein erträglich gestaltet wird. Der Hilfsverein „Johannes Honterus“ als Träger dieses Alten- und Pflegeheims hat in den fast 4 Jahrzehnten, seit dem es dieses Anwesen besitzt, enorme Leistungen erbracht zum Wohle der Bewohner.
Ein wesentlicher Grund, dieses Reiseziel zu wählen, war der Besuch des Siebenbürgischen Museums und der Siebenbürgischen Bibliothek, die beide im Schloss Horneck ihren Sitz haben. Die bauliche Erweiterung des Museums in den letzten Jahren ermöglichte eine bessere und vielfältigere Präsentation der vielen Exponate, gut in den Raum gestellt, auch mit audio-visuellen Angeboten, man bräuchte viel mehr Zeit, all das wahrzunehmen, was dargeboten wird.
Ähnlich waren unsere Empfindungen auch bei der Besichtigung der Bibliothek, die in verwinkelten Räumlichkeiten, schmalen Gängen, treppauf – treppab in das alte Gemäuer architektonisch kunstvoll eingegliedert sind. Über die Vielzahl von Büchern, Zeitschriften, Dokumenten, Fotos u. a. m. kann in diesen wenigen Zeilen nicht eingegangen werden, da kann ich nur auf die neue Homepage hinweisen, die unter www.siebenbuergen-institut.de zu finden ist.
Anschließend begaben wir uns zum vorbestellten Mittagessen, das sich jeder vorab aus verschiedenen Menüs wählen konnte. In der gemütlich eingerichteten Gaststätte „Komturei“ neben dem Schloss wurden wir freundlich, aufmerksam und zügig bedient, sodass wir programmgemäß zum nächsten Ziel aufbrechen konnten. Nun ging die Fahrt nach Bad Wimpfen, aber vorher erwiesen wir einigen verstorbenen Siebenbürgern unsere Ehre auf dem Gundelsheimer Friedhof, bevor wir den Neckar überquerten. Unser gewitzter Freund Erwin war der Meinung, dass es nur folgerichtig sei, nach Besichtigung des Altenheims und des Pflegeheims auch die nächste Station, den Friedhof zu besuchen.
In Bad Wimpfen erwarteten uns die beiden bestellten Stadtführer pünktlich 15 Uhr und führten uns, in zwei Gruppen geteilt, durch die Gassen dieser historischen Stadt, die eine ganze Menge geschichtlicher Ereignisse aufzuweisen hat. Beginnend mit frühgeschichtlichen Funden, Bandkeramiker – Dorfanlagen, Rössener Kultur, bronze- und eisenzeitliche Funde, keltische, römische, alemannische Zeit, endend mit dem Staufer – Kaiserreich, all das in nur einer Stunde zu erfahren, war für viele unter uns (nicht mehr die Jüngsten) genügend, um am Ende der Führung uns müde, aber zufrieden auf den Stühlen des Cafés am Birkensee niederzulassen. Bei schönem Wetter auf der geräumigen Terrasse schlossen wir mit Gebäck und Getränk den ereignisreichen Tag ab und marschierten die letzte Strecke bis zum Bus, der uns eine Stunde später in Stuttgart die Rundfahrt beenden ließ.

Ortwin Götz