Rosenau, rumänisch: Râşnov, ungarisch: Barca-Rozsnyó.

Rosenau wurde 1950 zur Stadt erklärt. Der Ort liegt im südwestlichen Teil des Burzenlandes an den Ausläufern des Schulers und des Butschetsch, etwa 650 Meter ü. M. und ist somit die höchst gelegene und südöstlichste Ortschaft in Siebenbürgen/Rumänien mit deutscher Bevölkerung.


Am Zusammenfluss des Großen und Kleinen Weidenbachs, die das Wasser vom Butschetschmassiv und Schuler sammeln, liegt das Städtchen Rosenau malerisch schön und wird auch von Touristen viel besucht. Rosenau ist eine der vier stattlichen sächsischen Gemeinden (Rosenau, Neustadt, Weidenbach und Brenndorf), die im Flussgebiet des Weidenbachs angelegt worden sind. Ein weiterer Vorteil von Rosenau ist die Tatsache, dass es an der alten Handelsstraße liegt, die über den Törzburger Pass Kronstadt mit Langenau (Câmpulung) in der Walachei verbindet. Die Rosenauer wussten diese Lage zu nutzen und haben bereits im Jahr 1427 von der damaligen Obrigkeit das Marktrecht zugesprochen bekommen.

Im Gegensatz zu den meisten Gemeinden des Burzenlandes, in denen es jeweils in der Ortsmitte eine Kirchenburg gibt, liegt hoch über dem Ort, auf einem Kalkfelsen die Rosenauer Burg. Sie gilt nach wie vor als Wahrzeichen unserer Heimatgemeinde. Der Grundstein dafür wurde in den Jahren 1211 bis 1225 von den deutschen Rittern gelegt und später von den kräftigen Armen unserer Altvorderen zu einer einmaligen Festung ausgebaut. Die Burg wurde nach und nach erweitert, bis sie im 17. Jahrhundert das jetzige Ausmaß erhielt. Hinter ihren Mauern haben die Bewohner von Rosenau, Neustadt und Wolkendorf bei Überfällen aus dem Nachbarland und in Kriegszeiten des öfteren Schutz gefunden. In ihrer langjährigen Geschichte wurde die Burg lediglich ein einziges Mal eingenommen: 1612 durch den ungarischen Fürsten Gabriel Báthori.

Bild: Udo Buhn, 2006

Neben der Burg wird das Bild Rosenaus von mehreren gemeinschaftlichen Bauten geprägt. Es sind dies die evangelische Kirche mit dem dazugehörigen Pfarrhaus, die evangelische Schule mit Turnsaal, der Kindergarten, das alte Rathaus, das Haus des Gewerbevereins und das ehemalige Gasthaus „Zur Burg“. Alle sind um den Marktplatz und Kirchturm gelegen und bilden mit dem dazwischen liegenden Park schon seit jeher den Mittelpunkt von Rosenau.

Die Straßen (Gassen) haben eine Nord-Süd-Ausrichtung und werden durch kurze Querstraßen verbunden. Der rumänische Ortsteil befindet sich im südlichen Teil des Städtchens und zieht sich mehr oder weniger entlang des Weidenbachs.

Die evangelische Kirchengemeinde Rosenau besteht zurzeit aus ca. 170 Mitgliedern und wird von Pfarrer Kurt Boltres aus Kronstadt, Bartholomae, mitbetreut. Es finden regelmäßig Gottesdienste statt.

Heimatortsgemeinschaft in Deutschland

Bild: Udo Buhn, 2006


Die Rosenauer Nachbarschaft wurde zu Pfingsten 1963 in Dinkelsbühl gegründet. Es waren damals nur wenige Mitglieder und sie wählten Kurt Rhein zum Nachbarvater und Andreas Sadlers zu seinem Stellvertreter. Im Laufe der Zeit wuchs die Gemeinschaft kräftig an und steht bis heute als bekennendes Symbol der seelischen Zusammengehörigkeit ihrer Mitglieder. Kurt Rhein übte sein Ehrenamt 30 Jahre lang aus. In dieser Zeitspanne wurden viele Hilfsaktionen für die Heimatgemeinde Rosenau durchgeführt. Auch das Läutwerk, das heute noch auf dem Rosenauer Kirchturm in Funktion ist, wurde von ihm organisiert und durch eine Sammelaktion aus Deutschland finanziert.

Nach erfolgreicher und mit viel Optimismus getragener Arbeit für die Rosenauer trat Kurt Rhein 1993 vom Amt des Nachbarvaters zurück. An die Spitze des neuen Führungsteams wurden Gerhard Sadlers als Erster Nachbarvater und Rudolf Schmidt als Zweiter Nachbarvater gewählt.

Seit 2002 wird die Rosenauer Nachbarschaft von Klaus Balthes als Erstem Nachbarvater und von Alexander Bobes als Zweitem Nachbarvater geführt. Die Heimatortsgemeinschaft Rosenau ist seit 2003 ein nach deutschem Recht gemeinnütziger eingetragener Verein und besteht zurzeit aus ca. 550 Familienmitgliedschaften. So bietet sich ein fester organisatorischer Rahmen nicht nur für die Weiterführung traditioneller Gemeinschaftspflege, sondern auch für die Unterstützung unserer Heimatgemeinde im Herkunftsgebiet. Die Heimatortsgemeinschaft Rosenau nimmt jährlich am traditionellen Trachtenumzug in Dinkelsbühl teil, organisiert jährlich ein Jugendtreffen und ein Skiwochenende. Jedes dritte Jahr findet satzungsgemäß eine Mitgliederversammlung, das große „Rosenauer Treffen“, statt.

Bild: Udo Buhn, 2006

Zweimal im Jahr erscheint das Mitteilungsblatt „DIE ZEITUNG der Rosenauer Nachbarschaft e.V.“, das als Forum der Kommunikation und des offenkundigen Beweises der Zusammengehörigkeit aller Mitglieder der Gemeinschaft geschätzt wird.

Von Rosenau gibt es folgende Heimatbücher: Von 1891 stammt das erste Rosenauer Heimatbuch in drei Bänden, handgeschrieben vom Prediger Josef Ziegler. 1930 brachte Pfarrer Gustav Lander eine Rosenauer Chronik heraus. Das letzte, von Reinhard Bergel erstellte Rosenauer Heimatbuch erschien 1982 in drei Bänden.

Virtueller Spaziergang durch Rosenau.