Zweites Burzenländer Musikantentreffen

Vom 5.-7. November 2010 fand in Friedrichroda das zweite Burzenländer Musikantentreffen statt. Vor zwei Jahren waren etwa 145 Bläser und Musikfreunde zum ersten Musikantentreffen in den Thüringer Luftkurort gekommen, diesmal waren es über 250 Teilnehmer.

Das vielen Siebenbürger Sachsen bekannte „Ahorn“-Hotel bot optimale Bedingungen für die Veranstaltung: Der große Saal und drei Proberäume standen die ganze Zeit zur Verfügung. Die etwas weitere Anfahrt wurde gerne in Kauf genommen. Ein Doppeldeckerbus brachte von Böblingen mit einigen Zwischenstationen eine stattliche Anzahl Musikanten und Blasmusikfreunde zum Fest.

Klaus Oyntzen, Vorsitzender der HOG Weidenbach, und Susanne Hensel seitens der Geschäftsleitung des Hotels begrüßten die Gäste am Freitagnachmittag. Eine Bläserformation aus dem Großraum Stuttgart, unterstützt von anderen Musikanten, erfreute zum Auftakt mit wohlbekannten Melodien – die, die Tanzfreudigen nicht lange auf ihren Plätzen hielten.


Kuchen mit Wappen von Burzenland

Da mit den angereisten Bläsern nicht jede Formation spielfähig war, kam es immer wieder zu Zusammenschlüssen. So warteten die vereinigten Bläser aus Weidenbach, Neustadt und Wolkendorf mit ihrer Darbietung auf. Danach forderte Günther Schmidts (Weidenbach/Nußbach) mit seinem Akkordeon die Anwesenden zum Mitsingen auf, aber auch ein Trompeteter, weitere Instrumentalisten und schließlich ein Trommelschläger trugen bis in die frühen Morgenstunden zu stimmungsvoller Musik und Tanz bei.

Stark vertreten waren die Heldsdorfer, die fast aus eigener Kraft (mit einer einzigen Aushilfe) am Samstag spielten, nachdem sie am Freitag geprobt hatten. Sie bestachen durch die ansprechende Dekoration, durch junge talentierte Bläser und eine durch Moderation angekündigte Liedfolge und Solisten. Ihnen folgten die vereinigten Bläser der Zeidner und Tartlauer.


Klaus Oyntzen

Höhepunkt der Veranstaltung war das Zusammenspiel aller anwesenden Formationen und Musikanten. Dafür wurde das neue, extra hergestellte Notenmaterial verteilt. Wetterbedingt konnte die Darbietung nicht auf der Terrasse vor dem Hotel stattfinden. Im Halbkreis vor der Bühne boten 73 Musikanten ein Konzert der besonderen Art. Das Zusammenspiel funktionierte einwandfrei, und wohlbekannte Klänge und Melodien bewegten manches Gemüt. Die vereinigte Formation wurde abwechselnd von fünf Dirigenten geleitet: Herberth Daniel (Neustadt), Klaus Knorr (Honigberg), Alfred Metter (Heldsdorf), Helmut Kraus (Zeiden) und Hans Fröhlich (Wolkendorf).

Abends gaben die Bläser aus Honigberg und Petersberg eine Einlage, wonach zu den Klängen der Band „Silver Stars“ ausgiebig getanzt und gefeiert wurde. Die Musikanten zeigten dabei, dass sie nicht nur Musik machen, sondern sich auch unterhalten können. Auf Schautafeln neben der Bühne präsentierten die Blaskapellen der einzelnen Burzenländer Gemeinden ihre Geschichte in Wort und Bild.


Während das erste Burzenländer Musikantentreffen 2008 der Begegnung und Erinnerung gewidmet war, fand das jetzige Treffen im Hinblick auf das für uns Burzenländer ereignisreiche Jahr 2011 statt. So wird beim nächsten Heimattag in Dinkelsbühl erstmals ein Konzert der Vereinigten Burzenländer Blaskapellen mit voraussichtlich über hundert Mitwirkenden stattfinden. Dafür wurde das erwähnte Notenmaterial erstellt. Ob eine Blaskapelle aus Deutschland zum Sachsentreffen am 17. September 2011 in Kronstadt anreisen wird, steht noch offen. Sicher ist, dass mehrere Musikanten, die in Friedrichroda dabei waren, gerne die Burzenländer Blaskapelle des Kronstädter Kreisforums beim Sachsentreffen unterstützen wollen.


Die Musikanten sind ein „besonderer“ Menschenschlag, gekennzeichnet durch Freundschaft, Teamgeist und Einsatz für die Gemeinschaft. Das erklärt auch, weshalb viele Blaskapellen, die früher im Burzenland aktiv waren, auch nach der Aussiedlung hier in Deutschland in irgendeiner Form wiederbelebt wurden und bei HOG-Treffen oder beim Heimattag in Dinkelsbühl auftreten. Diesem Geist sind auch die beiden Burzenländer Musikantentreffen in Friedrichroda zu verdanken. Für die Mühe und Bereitschaft gebührt den Initiatoren und Organisatoren, den Familien Klaus Oyntzen und Helfried Götz, unser aller Dank und Achtung. Die Begeisterung und Zufriedenheit der Teilnehmer lässt darauf schließen, dass es nicht die letzte Begegnung dieser Art war.

Karl-Heinz Brenndörfer



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