Beschreibung von Weidenbach

Weidenbach, rumänisch Ghimbav, ungarisch Vidombák, sächsisch Wedjebich, liegt im Burzenland, 6 km von Kronstadt entfernt. Das Wappen von Weidenbach ist ein Herz mit drei Rosen. In einer in Kronstadt verfassten Schenkungsurkunde wird Pfarrer Konrad von Weidenbach (domino Conrado di Widinbach) im Jahre 1342 als Zeuge genannt. Dies ist die erste urkundliche Erwähnung des Ortes.

1420 befiehlt König Sigismund den Bewohnern von Weidenbach, Petersberg, Honigberg und Brenndorf, durch Zufuhr von Steinen und Bauholz bei der Befestigung von Kronstadt mitzuhelfen. 1422 werden Weidenbach, Wolkendorf, Heldsdorf, Brenndorf und Honigberg durch einen Türkeneinfall verwüstet und entvölkert.

In Weidenbach leben 1510 „133 Hauswyrt, 11 Witwen, 6 Hirten, 1 Müller, 1 Schulmeister, 1 Glöckner und ein Schefent Dyener“.


Wappen Weidenbach

Weidenbach wird 1469 von einer großen Feuersbrunst heimgesucht und brennt 1586 und 1599 (von „des Mihaly Wode Wallachen“ angesteckt) ab.

Der kaiserliche General Basta lässt sich mit seinen aus Wallonen und Deutschen bestehenden Truppen in Weidenbach, Neustadt und Rosenau nieder, um von dort aus Kronstadt und andere Orte des Burzenlandes zu plündern.

Fürst Gabriel Bathori brennt 1611 Weidenbach und andere Orte nieder.


Am 25. August 1658 fallen die Türkern und Tataren ins Dorf ein, plündern und morden. 909 Menschen werden weggeführt, verbrannt, erstochen oder gehängt. Gefangene Weidenbächer werden vor dem Klostertor in Kronstadt zum Verkauf angeboten: ein Erwachsener für 10 Taler, ein Kind für 2 Taler. Dies ist der Schreckenstag in der Geschichte Weidenbachs.

Um 1300 wird aus Tuffstein eine dreischiffige Basilika erbaut, im Osten ein Chor mit zwei Seitenräumen, im Süden eine Vorhalle, im Norden eine Sakristei und im Westen ein Turm.

Im 15. Jahrhundert wird um die Kirche eine Kirchenburg errichtet. Die Anlage ist ringförmig und von einem Wassergraben umgeben, über den im Südosten eine Zugbrücke gelegt wird, die von einer starken „Thorwehre“ verteidigt wird.

1642 brennt die Kirchenburg durch einen Blitzschlag nieder, 1666 wird das Rathaus in der Kirchenburg wieder aufgebaut. 1880 werden die Torbefestigungsbauten abgetragen, um an deren Stelle das neue Rathaus zu errichten. 1940 werden die meisten Vorratshäuschen im Burghof abgetragen. 1968 stürzt die Ringmauer, von Ratten durchwühlt, teilweise ein.

Der Altar ist im klassizistischen Stil gebaut. In der Mitte befindet sich eine Christusfigur, auf der Weltkugel stehend, im Strahlenkranz. Die Krönung bilden zwei Engelsfiguren und ein Strahlenoval.

Die Orgel mit Manual und 16 Registern wird 1786 von Johann Prause (aus Preußen) gebaut. 1842 baut der Kronstädter Karl Schneider ein Pedal ein.

1870 werden bei der Kirchenvisitation fünf Glocken erwähnt. Bis auf die Glocke von 1591 werden alle Glocken 1916 für Kriegszwecke beschlagnahmt.Die meisten in Deutschland lebenden Weidenbächer bezahlen ihre Grabpflege individuell und gezielt an Personen in Weidenbach. Für herrenlose Gräber, die Gehwege u. a. Gemeinschaftsaufgaben spenden die HOG und Besucher.

Die großen Treffen der HOG Weidenbach finden alle drei Jahre statt, zudem gibt es jährlich ein bis zwei sehr erfolgreiche Regionaltreffen.


Eingang Kirchenburg Im Hintergrung die Kirche und Glockenturm

Die Turmuhr ist von der Firma Mannhardt, München, hergestellt.

Das Schmuckkästchen des Burzenlandes – so bezeichnet Bischof Glondys Weidenbach, als er in den 30-er Jahren durch die Gemeinde fährt. Jeden Morgen, nachdem die Rinder auf die Weide getrieben werden, gießen die Bauern die Straßen und kehren sie sauber.

Charakteristisch für Weidenbach sind die Brunnennachbarschaften. Da der Wasserspiegel tiefer als 20 m ist, hat jede Gasse nur einen bis zwei Brunnen, aus denen das Wasser mittels eines Speichenrades und zweier Eimer heraufgeholt wird.

In Weidenbach gibt es bis zur Enteignung 1945 Tischler, Wagner, Maurer, Schuhmacher, Sattler, Schneider, Bäcker, Schmiede, eine Ziegelei, zwei Mühlen.. An Industriebetrieben hat die Gemeinde eine Papierfabrik, eine Kammgarnspinnerei, eine Furnier- und eine Flugzeugfabrik.

Die Kirchenburg Weidenbach wird in den 90-er Jahren aus Mitteln bundesdeutscher Stiftungen und der HOG Weidenbach restauriert.

Die evangelische Kirchengemeinde Weidenbach zählt heute 72 Seelen und wird von Pfarrer Uwe Seidner betreut, Kuratorin ist Monika Toader-Rausch.


Deutsche Schule

Die Heimatortsgemeinschaft in Deutschland


Der erste Versuch eine HOG zu gründen wird 1979 in Dinkelsbühl gemacht. Am 18. Juli 1981 veranstalten Grete und Waldemar Klusch, Renate und Horst Preiß, Erika und Günter Klutsch ein weiteres Weidenbächer Treffen (ca. 70 Personen). Zum ersten HOG-Vorsitzenden wird Ernst Schmidts gewählt (1981-1991), die nächsten sind Johann Klees (1991-2000) und Brigitte Glätsch (2000-2006). Ab 2004 wird die HOG Weidenbach ein eingetragener Verein, 2006 übernimmt Klaus Oyntzen den Vorsitz.

Das „Weidenbächer Heimatblatt“ wird von 1985 bis 1991 von Otto Dück redigiert. Hans Preidt übernimmt die Redaktion von 1991 bis 2000. Ab 2000 führen Ute Büchler und Birgit Wagner-Kirr die Redaktion weiter. Die HOG Weidenbach zählt 473 aktive Mitglieder. Das Heimatblatt erscheint halbjährlich in einer Auflage von 500 Exemplaren. 1999 erscheint die von Uwe Konst erstellte Chronik der Gemeinde Weidenbach. Ein Jahr später dokumentiert Otto Dück die Entstehung und Arbeit der Weidenbächer Nachbarschaften.

Die HOG unterstützt die Heimatgemeinde mit Hilfssendungen (Kopiergerät, Pkw, Medikamente, Weihnachtsbescherungen), „Essen auf Rädern“ u. a.

Die meisten in Deutschland lebenden Weidenbächer bezahlen ihre Grabpflege individuell und gezielt an Personen in Weidenbach. Für herrenlose Gräber, die Gehwege u. a. Gemeinschaftsaufgaben spenden die HOG und Besucher.

Die großen Treffen der HOG Weidenbach finden alle drei Jahre statt, zudem gibt es jährlich ein bis zwei sehr erfolgreiche Regionaltreffen.


Kirchenaltar

Virtueller Spaziergang durch Weidenbach.


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