Beschreibung von Wolkendorf

Wolkendorf (Vulcan, Szászvolkány) liegt etwa 606 m über dem Meeresspiegel im südwestlichen Winkel des Burzenlandes. Der Hattert umfasst 4.628 ha.

Von welcher Seite immer man sich der Gemeinde nähert, bilden die nahen Berge eine beeindruckende Kulisse: im Süden der Butschetsch (2.508 m), im Osten der Schuler (1.804 m) mit der „Schlafenden Jungfrau“, im Norden der Zeidner Berg (1.294 m), im Südwesten der Königstein (2.240 m) in seiner majestätischen Schönheit, schroff und steil ragt der Nordturm empor, einem trotzigen Wächter gleich; in der Nähe die Hohe Koppe (1.630 m), „unser Gebirge“ (ein Geschenk des Königs Sigismund von 1421), im Westen und Nordwesten der Perschanyer Höhenzug. Die „Hüpek“ (976 m) ist die markanteste Erhebung auf Wolkendorfer Gebiet.

1377 erstmals urkundlich erwähnt, entwickelt sich Wolkendorf zu einer stattlichen Gemeinde, obwohl es von feindlichen Einfällen, Krieg, Plagen und Seuchen nicht verschont bleibt und manchen Aderlass zu verkraften hat (1907 Auswanderung nach Amerika, Kriegsopfer, 1945 Deportation). Von 42 Wirten im Jahre 1510 (erwähnt wird 1 „Wallache“) steigt die Einwohnerzahl stetig. 1940 erreicht die deutsche Bevölkerung mit 1.390 Sachsen den Höchststand. Zur Zeit sind es noch 142 evangelische Seelen.


Wappen Wolkendorf

Von der romanischen Kirche aus dem 13. Jh. sind nur der Triumphbogen und die Grundmauern erhalten geblieben; von der Wehranlage des 15. Jhs. nur die Vorratskammern auf der Süd-, West- und Nordseite. Die bei den Türkeneinfällen 1421 und 1432 zerstörte Kirche wird in eine gotische Saalkirche umgebaut. Das Dorf und die Kirche werden 1611 von Gabriel Bathori zerstört (ca. 300 Personen kommen um, es überleben nur 5-6 Personen). Die Kirche wird erst 1665 wieder aufgebaut. Der Glockenturm wird 1794 erbaut und 1808 das alte Rathaus in der Burg. 1970, 1994 und 1996 werden umfangreiche Instandsetzungsarbeiten durchgeführt.

Seit dem Ende des 19. Jhs. werden stattliche Gemeinschaftsbauten errichtet: Rathaus, Pfarrhaus,Volksschule, Gesellschaftshaus, Waisenhaus (heute Erholungsheim), Freibad, Mühle, Schlachthaus, Säge- und Elektrizitätswerk, Molkerei. 1908 wird die Wasserleitung gelegt.

In den vier Nachbarschaften entwickelt sich ein vielfältiges Gemeinschaftsleben mit Lese-, Frauen-, Gewerbe-, Jagd-, Turn- und Gesangverein (später gemischter Chor und Kirchenchor), Bibliothek und Feuerwehr. Die Blaskapelle unter MARTIN THIES (einem der bekanntesten Wolkendörfer) gehört zu den besten im Burzenland. 1928 erscheint das erste Wochenblatt.


Bild: Udo Buhn, 2006

Die Heimatgemeinschaft Wolkendorf in Deutschland


Die in Deutschland lebenden Wolkendorfer treffen sich zum erstenmal 1950 in Stuttgart, Organisator ist MARTIN DRESSNANDT. Von 1970 bis 1989 leitet KURT ZIKELI die Nachbarschaft. In diese Zeit fällt auch die Spendenaktion (11.000 DM) für die Läuteanlage in Wolkendorf.

Viele Wolkendorfer haben sich um Augsburg, Tuttlingen, Nürnberg-Erlangen und nach dem Fall der kommunistischen Diktatur um Stuttgart-Ludwigsburg niedergelassen. In den ersten drei Hochburgen wird abwechselnd alle drei Jahre das Wolkendorfer Treffen abgehalten. Beim Treffen 1983 in Dinkelsbühl wird die HOG Wolkendorf gegründet. Das 2. HOG Treffen findet 1986 in Augsburg statt.
Beim 3. Treffen 1989 in Tuttlingen wird HELMUT BEER zum Nachbarvater gewählt.
Das 4. Treffen, bisher mit den zahlreichsten Gästen, wird 1992 in Fürth abgehalten.
1995 findet das 5. Treffen in Tuttlingen statt.
Das 6. Treffen ist im September 1998 in Friedberg bei Augsburg .
2001 wird beim 7. Treffen, in Nürnberg, KLAUS GUESS zum Nachbarvater gewählt. Es wird für die Satzung, nach der der Vorstand auch heute arbeitet, abgestimmt. Der Name wird aus HOG in HG, Heimatgemeinschaft Wolkendorf, geändert.
Die darauf folgenden 8. und 9. sowie das geplante 10. Treffen (Sept. 2010), finden in Friedrichroda im Thüringer Wald statt.

Die HG Wolkendorf zählt z.Z. 485 Familien-Mitglieder.

Das Wolkendorfer Heimatblatt wird seit 1985 von Helmut Beer herausgegeben und 2001 übernimmt die Redaktion Ute Rill. Es erscheint einmal im Jahr, vor Weihnachten. Nach siebenjähriger Arbeit wird 1990 das Wolkendorfer Heimatbuch (480 Seiten, 166 Bilder, Autoren: Wilhelm Beer, Richard Gober, Helmut Beer) in einer Auflage von 1.000 Stück herausgegeben. Das Wolkendorfer Heimatbuch kann bei Klaus Guess bestellt werden.


Bild: Udo Buhn, 2006

Bei der Erstellung der „Chronik“ stellten wir fest, dass in alten Schriften überwiegend über Schreckensnachrichten berichtet wird. Bewundernswert ist, wie unsere Vorfahren all diese Nöte überstanden und wie sie, trotz aller Schicksalsschläge, ihren Lebensmut bewahrt haben. War es der feste Glaube, das unerschütterliche Gottvertrauen, das ihnen Kraft gab? War es die tiefe Verbundenheit mit der neuen Heimat, mit dem Boden, den sie mit ihrem Blut urbar gemacht hatten? Wahrscheinlich beides. Bestimmt waren auch die Verbissenheit, das einmal Erworbene zu verteidigen und nicht aufzugeben, sowie die damalige Aussichtslosigkeit ausschlaggebend: sich entweder zu behaupten oder unterzugehen – eine dritte Möglichkeit gab es nicht.

Seit 2004 hat die HG Wolkendorf ihre eigene Wolkendorfer Blaskapelle, geleitet von Hans Fröhlich. Sie spielt bei den Treffen, begleitet die HG beim Trachtenumzug in Dinkelsbühl und spielt zu verschiedenen Anlässen zum Tanz auf. Im August 2009 ist eine Reise nach Wolkendorf, in die nun alte Heimat, geplant.


Bild: Udo Buhn, 2006


Virtueller Spaziergang durch Wolkendorf.


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